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Das Seminar mit der Hellebarde

Unser Engagament umfasst verschiedene Seminare, z.B. der Umgang mit der historischen Hellebarde.
Für Mitglieder der Päpstlichen Schweizergarde haben wir ein Seminar im Vatikan gegeben.

  

Das Seminar zum Thema „Handhabung der Hellebarde – Individualarbeit und Truppenlektionen“ vom 27. Juli bis zum 30. Juli 2014 war etwas Besonderes. Aufgrund seiner guten Verbindungen konnte Rainer Grytt in seiner Funktion als Präsident der DJJU und als Instruktor für moderne Selbstverteidigung in der Hanse Garde eine Verbindung zur Päpstlichen Schweizergarde in Rom herstellen. Infolgedessen folgte eine Einladung seitens der Schweizergarde an die Hanse Garde, ein Seminar in Rom abzuhalten.

Erlebnisse im Vatikan:

Gerne wurde dieser Einladung Folge geleistet und so flog ein Team von vier Instruktoren zur Vatikanstadt. Neben Rainer Grytt waren dies Michael Thrun (Leiter Hanse Garde), Eric Fischer (stellv. Leiter Hanse Garde) und Frauke Beer (Reitinstruktorin Hanse Garde). Im Gepäck befanden sich außerdem eine Anzahl von Trainingshellebarden, die erst mit einem gewissen Aufwand von Bremen nach Rom transportiert werden konnten. 

Aufgrund eines verspäteten Fliegers dauerte die Reise länger als erwartet, dies konnte aber in Frankfurt mit Erleben des Spieles Deutschland – Algerien sinnvoll überbrückt 

werden. In Rom angekommen, wurde das Team schließlich von einem Unteroffizier der Schweizergarde abgeholt und zu seiner Unterkunft in der Kaserne in der Vatikanstadt gebracht.


Am nächsten Morgen dauerte es seitens der Instruktoren eine gewisse Zeit, sich an die 

außergewöhnliche Umgebung zu gewöhnen, da keiner bis dato in einer solch außergewöhnlichen Umgebung ein Seminar abgehalten hatte. Der Umstand aber, dass jeder der angetroffenen Personen von außerordentlicher Höflichkeit und Freundlichkeit war, machte die Eingewöhnung leicht. Dies machte den Aufenthalt allgemein zu einem besonderen Erlebnis. Überall wurde einem mit Kameradschaft, Vertrauen und Offenheit begegnet in einer natürlichen Form, wie wir es in unserer Gesellschaft des Öfteren vermissen. Architektonisch bemerkte man die Historie an jeder Stelle, Kanonenrohre lagen als Zier vor alten Gemäuern und Zinnen schmückten teilweise die umgebenden Mauern.

In der ersten Trainingseinheit wurde mit den Teilnehmern die individuelle Handarbeit mit der Hellebarde gelehrt. Alle begriffen die Grundlagen schnell und so konnte ein gutes Pensum geschafft werden. Die mitgelieferten Trainingshellebarden leisteten gute Arbeit, an dieser Stelle herzlichen Dank an die Bremer Werkstatt und an Thomas Kreft von der SWB für die schnelle Zusammenstellung der Einzelteile. Mit der zweiten Gruppe wurde außerdem das Verhalten als Truppe gelehrt. Dies machte den Gardisten offensichtlich besondere Freude, die Umsetzung als einheitliche Gruppe fiel ihnen aufgrund ihrer Vorbildung in der Schweizergarde besonders leicht. Dennoch bemerkten alle Gruppen im Laufe des Seminars, dass die Arbeit mit der Hellebarde mit viel schweißtreibendem Einsatz verbunden ist und einen Einblick darin gab, wie schwer in 

historischen Zeiten die Arbeit als Soldat war.

Trainingsseminar mit besonderen Einblicken:

Nach getaner Arbeit am ersten Seminartag war es uns vergönnt, einen Blick in die Waffenkammer der Schweizergarde zu werfen. Dies sollte sich am zweiten Tag in ausführlicherer Form wiederholen. Hierbei konnten alle Waffen begutachtet werden und

nachdem der Vorschlag seitens der Hanse Garde gemacht wurde, alle Waffen zu dokumentieren und in Form eines Waffenbuches zusammenzufassen, war es 

ihnen dank der Begeisterung des Waffenmeisters Anton Kappeler für diese Idee möglich, alle Waffen zu testen und zu fotografieren. Für einen historischen Fechter ist dies natürlich ein außergewöhnlicher 

Augenblick, ein solches Erlebnis wahrnehmen zu können. Am zweiten Tag wurde am Vormittag seitens der Schweizergarde ein Rundgang durch die vatikanischen Gärten und der Vatikanstadt organisiert.


In dieser faszinierenden Umgebung erfuhren wir viele interessante Details, die uns neu waren und uns einen tieferen Einblick in viele Dinge gaben. Viele Details in architektonischen und geschichtlichen Fragen waren äußerst interessant und wurden auf informative Weise, zeitweise amüsanten Anekdoten von unserem Leiter dieses Rundganges, Heinz
Eggli, erzählt. Danach kam es zu weiteren Highlights dieser Reise. So konnten wir an einer Führung im Petersdom durch Heinz Eggli teilnehmen. Leider ist es an dieser
Stelle nicht möglich in Worte zu fassen, wie gewaltig dieser Dom ist. Viele Details waren zu erfassen und unsere Fotografin Frauke Beer hat letztendlich über 2000 Fotos geschossen, um die vielen Erinnerungen zu konservieren. 

Dieses Gebäude mit den damaligen Mitteln über einen Zeitraum von 125 Jahren zu erbauen, erscheint aus heutiger Sicht geradezu unmöglich, aber die Hingabe der Menschen aus jener Zeit machte ein derartiges Unterfangen möglich. Wir konnten auch normalerweise nicht zugängliche Areale des Petersdoms besichtigen, wie zum Beispiel die 

Königstreppen, die sich in ihrem außergewöhnlichen Ausmaß an dem allgemeinen Bild des Petersdoms anpasst. Nach einem Rundgang auf dem Dach und abschließenden anstrengenden Abstieg fanden wir uns wieder zu einem gutem Mittagessen in den Gebäuden der Schweizergarde ein. Vielen herzlichen Dank an dieser Stelle an Heinz Eggli, der uns außerdem noch zu einem wirklich leckeren Mittagessen am Sonntag einlud.

Danach wurde das Seminar mit Gruppen- und Individualarbeit fortgesetzt. Hierbei lag ein Schwerpunkt in der Problematik, eine historische Waffe wie die Hellebarde, in einer modernen Eskalationssituation anzuwenden. Es konnten aufgrund der kurzen Zeit nur grundlegende Fragen angesprochen werden. Der interessante Aspekt dieses Problems motiviert aber zu weiteren Untersuchungen und wird die Hanse Garde noch in Zukunft beschäftigen. Die Teilnehmer seitens der Schweizergarde zeichneten sich allgemein durch hohe Motivation und Disziplin aus. An dieser Stelle ein Dank an alle Teilnehmer für die Ehre, ihnen einen Einblick in unsere Arbeit gegeben haben zu dürfen

Am Sonntag Morgen hatten wir das große Glück, der Messe zu Ehren von Santi Pietro E. Paolo im Dom teilzunehmen. Ein einmaliges und unvergessenes Erlebnis für uns war, dass diese vom Heiligen Vater, Papst Franziskus, persönlich gefeiert wurde und er uns zum Greifen nahe war. Den weiteren Tagesverlauf nutzten wir um verschiedene Sehenswürdigkeiten Roms, wie z.B.das Colosseum, anzuschauen. Nach der Abreise am vierten Tag wurde uns bei der Ankunft in Bremen besonders bewusst, wie außergewöhnlich diese Reise war. Besonders die freundliche und aufgeschlossene Art der Menschen hat uns begeistert. Uns wurde ein hohes Maß an Vertrauen so selbstverständlich entgegengebracht, wie man es selten erfährt. 

Die Umgebung, ausgedrückt durch Architektur, Spiritualität und Tradition, prägt einen besonders. Dadurch gelang es besonders intensiv, unser normales Leben zu vergessen und einen Moment innezuhalten. An dieser Stelle möchten wir noch einmal allen Beteiligten herzlichst danken, die dabei halfen, uns dieses Erlebnis zuteil werden zu lassen. Besonders den Schweizergardisten danken wir, die uns durch ihre Geschichte und Tradition motiviert und inspiriert haben. Wir werden diesen Weg weitergehen und den Besuch niemals vergessen.

  

Wir danken folgenden Personen für ihre Unterstützung ohne die dies nicht möglich wäre:

Rainer Grytt (Präsident DJJU)

den Schülern und dem Kollegium des Kippenberg Gymnasium

Fecht AG Kippenberg Gymnasium

Thomas Kreft (SWB AG)

Wolfram Jewan